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Mumford & Sons - Delta

Folk, London  London (GB) 6 Festivals On Tour

42 Kommentare (Seite 2)


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 16.11.2018 00:48 Uhr Edited

    Stebbard schrieb:
    Oh, als jemand der selber auch viele Rezensionen verfasst, würde ich gerade das Gegenteil behaupten: Es ist weit schwerer einen lesenswerten Verriss zu verfassen als eine wohlwohllende Bewertung. Es ist klar, dass er die Band nicht mag, aber die Kritik ist durchaus lesenswert, weil sie äußerst pointiert und selbstironisch verfasst ist.

    Abgesehen davon: was hat Musikkritik prinzipiell mit gehaltvollem Journalismus zu tun?

    Kann ich genau die Gegenmeinung geben. Verfasse genauso Musikrezensionen und mir fällt nichts leichter als Hasstiraden über jegliche Dimensionen des Künstlerseins eines Künstlers zu schreiben. Da kann man über so viele banale Sachen gehen - seien das Vergleiche mit schlechten anderen Acts, Metaphern, Angriffen unter die Gürtellinie, ...

    Musikjournalismus hat schon immer noch - wenn auch in abgeschwächter Form - eine Gatekeeperfunktion, sprich Tipps und Empfehlungen für Leute, die es nicht können oder nicht wollen sich auf so einer Breite mit Musik auseinanderzusetzen, zu geben. Eine solche Kritik hat als Verriss keinen anderen Zweck als Buzz zu erzeugen und zu polarisieren. In den aktuellen Clickbait-Hochzeiten leider nichts neues. Gutheißen muss man das trotzdem lange noch nicht. Von gutem Kulturjournalismus ist das meiner Meinung nach meilenweit weg. Warum mit etwas beschäftige, dass man hasst, als seinen Einfluss und seine Energie in etwas positives, was man mag, zu setzen?

  • runnerdo runnerdo 16.11.2018 08:14 Uhr
    Das ist ziemlich Offtopic aber...

    man muss sich als Journalist sicherlich immer mit Dingen beschäftigen die man selber hasst.
    Mumford & Sons hat halt Relevanz. Muss jemand drüber schreiben.

    Ist wahrscheinlich bei jedem einfach aber einfach einen Zeriss zu schreiben ist sicherlich einfacher als einen Zeriss zu schreiben der Begründet und trotzdem Humorvoll ist. Kurz den man trotzdem gerne liest.

    Mit der Gatekeeperfunktion gebe ich dir Theoretisch recht. Ich habe aber das Gefühl, dass Musikkritiken heut zu Tage, meist von Musiknerds gelesen werden. Mehr so zur Unterhaltung.

    Mit den Clickbait gebe ich dir Recht und ich habe das Gefühl das wird immer schlimmer. Manchmal kommt es mir so als würde man Absichtlich gegen die öffentliche Meinung schreiben, um mit der Provokation Clicks zu generieren.

    Zurück zum Album.
    Es ist wirklich nicht gut.

  • scooterfan scooterfan 16.11.2018 08:19 Uhr
    Also ist die Lösung, dass man so lange in der Redaktion herumfragt bis man jemand findet, der die Band/Platte mag. Das macht man dann immer so und schon gibt es nur noch positive Rezensionen.

    Und wenn sich mal niemand findet, dann bleibt die Platte halt unerwähnt. Besser als was schlechtes schreiben...

  • mattkru mattkru 16.11.2018 09:39 Uhr

    Hullabaloo92 schrieb:


    Wow, das würden selbst Leute auf dem Kirchentag als lahm bezeichnen.

  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 16.11.2018 09:43 Uhr

    scooterfan schrieb:
    Also ist die Lösung, dass man so lange in der Redaktion herumfragt bis man jemand findet, der die Band/Platte mag. Das macht man dann immer so und schon gibt es nur noch positive Rezensionen.
    Und wenn sich mal niemand findet, dann bleibt die Platte halt unerwähnt. Besser als was schlechtes schreiben...

    Es geht ja gar nicht darum, dass man prinzipiell etwas am Album auszusetzen hat. Das Problem ist, dass bevor der Autor das Album gehört hat, schon wusste, dass er es richtig scheiße finden wird. Bei den Erwartungen, die man aus dem Text herausliest, kann er die Platte gar nicht ansatzweise gut finden. Ich weiß, dass Kunst nicht wirklich objektiv rezensiert werden kann - subjektiver geht aber eigentlich nicht.

    Ein sehr einfaches Beispiel: Ich selber mag simplen Pop-Rock, wie den von 5 Seconds Of Summer, nicht in geringsten. Es gibt massenweise Dinge, die ich da kritisieren kann (schlechtes Songwriting, nicht eigenes Songwriting, flache Texte, ...), ABER die Band hat trotzdem Millionen von Fans - jetzt kommen wir dem Grund auf die Spur: Jeder Mensch hört Musik aus einem anderen Beweggrund - teilweise hört man selber verschiedene Musik aus verschiedenen Beweggründen (traurige Musik, um sich in eine melancholische Stimmung zu versetzen, New-School-Rap um gute Laune zu haben, ...). Pop-Musik ist häufig einfach Hintergrundmedium - das soll gute Laune schaffen.

    Wenn ich mir ein 5 Seconds Of Summer Album jetzt anhöre und eine geniale Oceansize-Platte erwarte, ist im vorhinein schon klar, dass ich keinen Funken positives über das Werk schreiben werde. Meine Persoektive ist einfach die falsche. Eine Rezension wird dann sinnlos - Menschen, die mir zustimmen, hätten das Album in den meisten Fällen eh scheiße gefunden. Die Leute, denen es aber egal ist, wie kompliziert, durchdacht und wertig das Songwriting ist, werden diese Position niemals verstehen können - deshalb sollte man Musik immer auch im Kontext ihrer Entstehung betrachten.

    Natürlich gibt es auch Alben, die einfach nicht gut sind. Wenn ein Künstler, der früher für deepe Musik stand, nun nur eintönige Elektrobeats oder so verwendet und dann nicht mehr zur Zielgruppe passt. Wenn ein Autor dann relativ unvoreingenommen (ich weiß, dass ist schwierig) an ein Album herangeht und dann Kritikpunkte hat - ok. Das man so objektive Kritikpunkte anführt ist hier trotz Veränderung aber ja nicht der Fall. Das Album scheint hier im Forum ja relativ gut anzukommen. Deshalb verkörpert der Rezensionstext nichts anderes als ?fand die Band schon immer scheiße, das neue Album ist auch scheiße?. Außer Clickbait sehe ich da keinen anderen Zweck drin.


  • deLuchs deLuchs 16.11.2018 09:48 Uhr
    Ich finde es gibt zwei Möglichkeiten: man kann schreiben oder man kann nicht schreiben - völlig unabhängig ob das Fazit lobend oder tobend ist. Dass dieser Herr der Zeit schreiben kann, ist unbestritten. Selten so ein unterhaltsames und witzig-bildhaftes Review gelesen. Das es an einigen Stellen übertrieben überspitzt formuliert bis böse ist (Pastorensohn, Albtraum) und das famose Frühwerk der Band nicht annähend objektiv bewertet, ist schade. Schade ist aber auch, dass er mit der Behauptung, dass dies die schlechteste Platte der Mumfords ist, (nach einem Durchlauf) wohl Recht behalten wird.

  • schlafmuetze schlafmuetze 16.11.2018 11:05 Uhr

    deLuchs schrieb:
    Ich finde es gibt zwei Möglichkeiten: man kann schreiben oder man kann nicht schreiben - völlig unabhängig ob das Fazit lobend oder tobend ist. Dass dieser Herr der Zeit schreiben kann, ist unbestritten. Selten so ein unterhaltsames und witzig-bildhaftes Review gelesen. Das es an einigen Stellen übertrieben überspitzt formuliert bis böse ist (Pastorensohn, Albtraum) und das famose Frühwerk der Band nicht annähend objektiv bewertet, ist schade. Schade ist aber auch, dass er mit der Behauptung, dass dies die schlechteste Platte der Mumfords ist, (nach einem Durchlauf) wohl Recht behalten wird.

    Ich bin immer wieder überrascht, dass wenn du das Trollen sein lässt, lesenswerte Kommentare schreibst.

    Hab das Album heute morgen mal angehört. Auch nicht ganz meins und die Hoffnung, dass ein paar Lieder später noch zûnden, von mir aus erst live beim Konzert^^

  • deLuchs deLuchs 16.11.2018 11:12 Uhr

    schlafmuetze schrieb:

    deLuchs schrieb:
    Ich finde es gibt zwei Möglichkeiten: man kann schreiben oder man kann nicht schreiben - völlig unabhängig ob das Fazit lobend oder tobend ist. Dass dieser Herr der Zeit schreiben kann, ist unbestritten. Selten so ein unterhaltsames und witzig-bildhaftes Review gelesen. Das es an einigen Stellen übertrieben überspitzt formuliert bis böse ist (Pastorensohn, Albtraum) und das famose Frühwerk der Band nicht annähend objektiv bewertet, ist schade. Schade ist aber auch, dass er mit der Behauptung, dass dies die schlechteste Platte der Mumfords ist, (nach einem Durchlauf) wohl Recht behalten wird.

    Ich bin immer wieder überrascht, dass wenn du das Trollen sein lässt, lesenswerte Kommentare schreibst.

    Hab das Album heute morgen mal angehört. Auch nicht ganz meins und die Hoffnung, dass ein paar Lieder später noch zûnden, von mir aus erst live beim Konzert^^

    merci! #werkoderko

    Aber es muss beides geben: wundersamer Wortwitzwahnsinn und (partiell gestreute) sinnvolle Sachen. Und natürlich die Bilderrätsel.

  • Erthos Erthos 16.11.2018 12:47 Uhr
    Fazit:

  • deLuchs deLuchs 16.11.2018 13:36 Uhr Edited
    breaking amazonien news: 80% 1 Stern (mit mehr Gehalt). Ha!

  • Stebbard Stebbard 16.11.2018 22:55 Uhr Edited

    MyChemGD1234 schrieb:

    Kann ich genau die Gegenmeinung geben. Verfasse genauso Musikrezensionen und mir fällt nichts leichter als Hasstiraden über jegliche Dimensionen des Künstlerseins eines Künstlers zu schreiben. Da kann man über so viele banale Sachen gehen - seien das Vergleiche mit schlechten anderen Acts, Metaphern, Angriffen unter die Gürtellinie, ...


    Ein Verriss ist aber nicht gleich ein Verriss - ein einfacher Verriss ist tatsächlich schnell gemacht, aber ein pointierter und gut geschriebener Verriss ist unheimlich schwer, weit schwerer als 90% der üblichen Rezensionen, die am Ende ziemlich nichtssagend sind. Und manchmal ist es auch einfach wirklich erfrischend, wenn einzelne Rezensionen mal positiv oder negativ aus dem Einheitsbrei herausstechen.

    Die Rezension ist im übrigens weit lesenswerter, als das Album hörenswert ist. Ich habe mich halbwegs durch die 61 Minuten gequält, halbwegs gelangweilt. Wenn sich Mumford & Sons zum Ziel gesetzt hätten, ein vollkommen banales und nichtssagendes, dabei aber vor Kitsch und Pathos triefendes Album zu verfassen: Glückwunsch, ihr habt das Ziel erreicht. Es ist aber leider wirklich kein auch nur annähernd gutes Album geworden und das fängt schon bei den ersten Minuten an. Komische Stimmenverzerrung, phasenweise meint man den Einsatz von Autotune zu hören, nervige, bisweilen peinliche Klatschparts - puh, das wirkt phasenweise wie der wenig geglückte Versuch, das Mumford'sche Standardrezept - seichter Beginn mit Steigerung bis zur Extra - auf Coldplay zu trimmen, klingt aber bisweilen eher wie eine britische Version von Bosse.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ihnen die Hobo-Stampf-Folk-Phase von Sigh No More peinlich ist oder es von vornherein bloßes Kalkül war, um über Communion auf der Folk-Welle zu schwimmen, aber so wirklich kann ich mir keinen Reim aus der Band machen.

    Einzige Ausnahme ist tatsächlich sehr überraschende Darkness Visible, das einen guten Trip-Hop-Song hätte abgeben könne - aber gerade deswegen einfach so unheimlich deplatziert wirkt.

  • mattkru mattkru 17.11.2018 18:11 Uhr

    Stebbard schrieb:

    MyChemGD1234 schrieb:

    Kann ich genau die Gegenmeinung geben. Verfasse genauso Musikrezensionen und mir fällt nichts leichter als Hasstiraden über jegliche Dimensionen des Künstlerseins eines Künstlers zu schreiben. Da kann man über so viele banale Sachen gehen - seien das Vergleiche mit schlechten anderen Acts, Metaphern, Angriffen unter die Gürtellinie, ...


    Ein Verriss ist aber nicht gleich ein Verriss - ein einfacher Verriss ist tatsächlich schnell gemacht, aber ein pointierter und gut geschriebener Verriss ist unheimlich schwer, weit schwerer als 90% der üblichen Rezensionen, die am Ende ziemlich nichtssagend sind. Und manchmal ist es auch einfach wirklich erfrischend, wenn einzelne Rezensionen mal positiv oder negativ aus dem Einheitsbrei herausstechen.

    Die Rezension ist im übrigens weit lesenswerter, als das Album hörenswert ist. Ich habe mich halbwegs durch die 61 Minuten gequält, halbwegs gelangweilt. Wenn sich Mumford & Sons zum Ziel gesetzt hätten, ein vollkommen banales und nichtssagendes, dabei aber vor Kitsch und Pathos triefendes Album zu verfassen: Glückwunsch, ihr habt das Ziel erreicht. Es ist aber leider wirklich kein auch nur annähernd gutes Album geworden und das fängt schon bei den ersten Minuten an. Komische Stimmenverzerrung, phasenweise meint man den Einsatz von Autotune zu hören, nervige, bisweilen peinliche Klatschparts - puh, das wirkt phasenweise wie der wenig geglückte Versuch, das Mumford'sche Standardrezept - seichter Beginn mit Steigerung bis zur Extra - auf Coldplay zu trimmen, klingt aber bisweilen eher wie eine britische Version von Bosse.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ihnen die Hobo-Stampf-Folk-Phase von Sigh No More peinlich ist oder es von vornherein bloßes Kalkül war, um über Communion auf der Folk-Welle zu schwimmen, aber so wirklich kann ich mir keinen Reim aus der Band machen.

    Einzige Ausnahme ist tatsächlich sehr überraschende Darkness Visible, das einen guten Trip-Hop-Song hätte abgeben könne - aber gerade deswegen einfach so unheimlich deplatziert wirkt.

    Warst du nicht noch Fanboy zur Zeit der _Hobo-Stampf-Folk-Phase_?

  • Stebbard Stebbard 17.11.2018 18:21 Uhr
    Ja, hab ja auch hier schon mehrfach gesagt, dass Gig im alten Molotow auch heute noch zu den besten Konzerten überhaupt zählt - Sie trafen 2009/10 halt einen Nerv, was aber schon bald unangenehm wurde. Habe sie 2012 noch einmal auf dem Hurricane gesehen, was durchaus noch in Ordnung war, aber seither geben die mir gar nichts mehr, besonders seit dem Umschwung auf den Poprock der U2/Coldplay-Schule.

    Das Hobo-Stampf-Folk war eher deskriptiv, nicht abwertend gemeint

  • MisterCrac MisterCrac 17.11.2018 19:17 Uhr
    They really fucked it up this time
    Didn't they, my dear?
    Didn't they, my dear.

  • mattkru mattkru 17.11.2018 19:37 Uhr
    Ich frage mich, was in einem Festival-Veranstalter/-Booker vorgeht, wenn man viel Geld für einen Headliner ausgibt, und dieser dann ein mieses Album rausbringt.

  • blubb0r blubb0r 17.11.2018 19:40 Uhr
    ui, wenn das album so kacke ist, höre ich es echt mal

    #katastrophentourist

  • Mondi Mondi 18.11.2018 21:22 Uhr
    Zweimal habe ich es nun angehört. Und das war dann auch genug. Leider nichts für mich und nicht mal ein Song, der bei mir hängen bleibt.

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