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Ninguna noche para Argentina // Hasta el amargo final Pt 2

Ninguna noche para Argentina // Hasta el amargo final Pt 2

Auf zum Auswärtsspiel! Wir sitzen im Flugzeug Richtung Mendoza, was nochmal gute 1000 Kilometer Richtung Landesmitte liegt und bereits mit strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen lockt. Die Vorfreude auf die ersten Konzerte der Reise ist unermesslich, auch wenn ich gerade gar nicht genau sagen kann, auf welche Band ich mich eigentlich mehr freue.

Die Erwartungen sind groß an den heutigen Abend und die Voraussetzungen versprechen viel: die Location in Mendoza, das N8, bietet Platz für nur rund 550 Personen. Ein Ambiente, in dem man die beiden Bands in Deutschland mittlerweile eher seltener erlebt. Im Vorfeld sind wir auf einer deutsch-argentinischen Freundschaftsparty eingeladen, wo sich die Fans ganz in der Nähe der Konzertlocation bei Gegrilltem und dem ein oder anderen Bier auf das Konzert einstimmen können.

Wir freuen uns total auf das Event und sind dankbar, dass uns die Leute aus dem Hosenlager direkt mit auf die Liste gesetzt haben. Es wird sich untereinander geholfen wo man nur kann und gerade im Vorfeld war ich über die Kontakte zu Hosen-Leuten unfassbar dankbar. Durch erprobte Buenos Aires-Fahrer konnte der größte Teil Verwirrung direkt im Keim erstickt werden und beim Tickets zusammensuchen war man uns auch behilflich.



Grundsätzlich ist eine Veranstaltung wie das Freundschaftsfest auch sehr sinnbildlich für die Argentinier als solche. Als wir gestern Abend noch auf ein Bier in die Hosen-Bar eingekehrt sind, begrüßte uns der Wirt Gustavo bereits mit Küsschen und war ganz aus dem Häuschen, dass wir noch einmal vorbeischauen. Auch etliche andere Hosenfans taten es uns gleich und so weit das Auge reichte blickte man nur in strahlende Gesichter. Und Leute in Hosenshirts. Ja, wir sind mal wieder aufgefallen, aber das wird heute Abend sicher noch eine Spur härter.

Wie viele deutsche Fans hier wirklich vor Ort sind, lässt sich bislang noch schwer einschätzen. Gesehen haben wir bestimmt schon 50-80 Leute und das sind jetzt aber nur die, die auf ein Bier bei Gustavo waren. Ich schätze, dass das bis Samstag durchaus an die 300 Leute sind. Nicht jeder fliegt mit nach Mendoza, nicht jeder ist vielleicht überhaupt schon da. Auf jeden Fall ein witziges Gefühl, wenn man Leute mit Donots Shirts an Ampeln stehen sieht oder im Restaurant neben einem ein Tisch voller Feine Sahne Fischfilet Merch sitzt. Mitten in Buenos Aires.

Hier im Flieger gerade sind wir die einzigen deutschen Fans, da die meisten schon gestern oder sogar vorgestern geflogen sind. Allerdings habe ich bereits 12 Argentinier in Hosen-Merch gezählt, die alle so aussehen, als würden sie uns im Moshpit die Beine brechen. Spaß beiseite, es ist schön, wenn man in der Schlange fürs Boarding steht und den Argentiniern ihre Freude auf die Band bereits ansieht. Hier hat man so wenig Gelegenheiten die Band zu sehen, dass es einem schon fast absurd vorkommt, wenn man sich überlegt, wie oft man sich die Hosen während eines Tourzyklus an jeder Telefonzelle anschauen kann.

Ich bin ziemlich gespannt, wie das Mischungsverhältnis der Nationen heute Abend aussehen wird, spontan würde ich auf zwei Drittel vs. Ein Drittel setzen, weil doch die meisten Fans, die aus Deutschland nach Buenos Aires gekommen sind, auch den Tagestrip nach Mendoza auf sich nehmen.

Entscheidend ist hier sicherlich auch der Preisfaktor: die Wirtschaftslage ist in Argentinien momentan alles andere als rosig und die Tickets für die Konzerte sind im Verhältnis dazu recht teuer. Uns wurde erzählt, viele der argentinischen Fans geben ihr letztes Hemd für Tickets, essen lieber eine Woche nichts, als die Hosen im eigenen Land zu verpassen. Außerdem nehmen es die Argentinier sehr gerne in die Hand, Tickets für die Freunde aus Deutschland zu beschaffen. Oftmals gibt es nämlich im DTH-Shop nur ein kleines Kontingent für die deutschen Fans und das Gros nur in Argentinien. Dort kaufen die Argentinier dann auf Vorrat, weil sie wissen, was für eine große Freude sie den anderen Fans damit bereiten können.

Da wir uns erst sehr spät für den Trip entschieden haben, waren natürlich die Shows bereits ausverkauft und auch wir kamen in den Genuss, vom Zusammenhalt der Fans profitieren zu können. Informationen wurden ausgetauscht, Tickets vermittelt und man bekam geholfen, wo es nur möglich war. Auch hier vor Ort besteht noch Kontakt, auch mit argentinischen Hosenfans, die ihre Unterstützung anbieten. Einige davon kenne ich bereits aus Deutschland, denn wer denkt, der Hosen-Tourismus sei eine einseitige Geschichte, der irrt.

Vielleicht hat der ein oder andere von euch schon mal Aufnahmen von den Hosen in Argentinien gesehen. Mich zumindest hat das Publikum auf diesen Videos immer tief beeindruckt: textsicher, wild, euphorisch und voller Energie von der ersten bis zur letzten Sekunde. Leidenschaft pur und Schweißtropfen die durch den Klub fliegen, als wäre Starkregen. Morgen erzähle ich euch dann, ob das in etwa hinkommt.

Wir befinden uns gerade im Landeanflug und ich freue mich auf viele neue Eindrücke und vor allem viele bekannte Gesichter, die ich bislang noch nicht getroffen habe. Es wird dringend Zeit für ein kaltes Bier und damit melde ich mich vorerst ab. Wir hören uns morgen!

Stiflers_Mom Stiflers_Mom bei Karlsruh'

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