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Politik-Thread

3378 Beiträge | letzter Beitrag am 18.12.2014 12:54 Uhr von sunnyan

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tobyreen
tobyreen
14.05.2012
05:51 Uhr
hab mich da ein bisschen blöd ausgedrügt, meinte nicht dass die nicht links sind, sondern dass eben nicht die ganze partei die linken Werte super verkaufen kann, weil sie mal in der Stasi waren

ein Gysi oder ein Lafontaine sind natürlich bestens geeignet, andere wiederum nicht

ist ja auch egal, natürlich ist die Linkspartei im Groben links, trotzdem für mich unwählbar
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ShuyiN
ShuyiN
14.05.2012
06:30 Uhr

tobyreen schrieb:
hab mich da ein bisschen blöd ausgedrügt, meinte nicht dass die nicht links sind, sondern dass eben nicht die ganze partei die linken Werte super verkaufen kann, weil sie mal in der Stasi waren

geht's noch (nur wegen gysi?!)

ich bin auch nicht grad ein freund der linken, aber deine vorwürfe sind doch komplett haltlos.
schonmal die liste liste der anderen seite gesehen?
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sunjb
sunjb
14.05.2012
08:43 Uhr
"wegen den EX SEDLERN" undwählbar hat finde ich einen ganz widerlichen moralischen Gestus.

Die SED hatte 1989 2,3mio Mitglieder... Denen allen die Eignung für politische Arbeit nach der Wende abzusprechen, die alle mit irgendwelchen Fehlern im System der DDR zu belegen (Als hätten sie selbst von irgendeiner Mauer geschossen), ist einfach irgendwo bescheuert?

Wie shuyin richtig bermerkt hat, wurde nach '45 NICHT darauf geschaut, dass NSDAP Kader der Politik fern bleiben. Und da wäre wohl deutlich mehr Anlass für gewesen.

Wenn du jemandem sagst, dass er aufgrund seiner SED Mitgliedschaft für irgendeinen Posten ungeeignet ist, dann tust du das, weil du denkst, dass du damals NICHT in die SED gegangen wärst. Und das machst du mit deinem aufklärerischen Anti-DDR Geschichtsunterricht im Hinterkopf. Und das ist ja auch gut so.

Aber wer behauptet, er hätte damals so und so gehandelt redet einfach Bullshit in einer Liga von "Ich persönlich hätte Hitler ja getötet, wundert mich, dass das niemand gemacht hat..."
Eine Wiedervereinigung (dem Wortsinne von Vereinigung nach) dürfte gerne etwas fairer ablaufen.
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Stebbard
Stebbard
14.05.2012
08:56 Uhr

sunjb schrieb:
Wie shuyin richtig bermerkt hat, wurde nach '45 NICHT darauf geschaut, dass NSDAP Kader der Politik fern bleiben. Und da wäre wohl deutlich mehr Anlass für gewesen.


Und das war ein großer Fehler - oder findest du nicht?

Mir scheinen die Leute oftmals zu vergessen, mit WAS für einem System wir es da drüben zu tun hatten. Wie kann man sich auf der einen Seite gegen Zustände in der Ukraine oder in Aserbaidschan aufregen, aber die SED und ihr Staatsgebilde so 'kleinreden'. Aber vielleicht bekommt die DDR auch noch ihr '68.
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Rhapsode
Rhapsode
14.05.2012
09:34 Uhr
Dass das ein diktatorisches und menschenverachtendes System war - darübere brauchen wir nicht zu diskutieren. Falsch fände ich es aber, jeden der irgendwie in dieses System eingebunden war, unter Generalverdacht tz stellen. Ich bezweifle stark, dass die Linke, angenommen sie hätte absolute Mehrheit, eine zweite DDR aufbauen würden. Im übrigen bezweifle ich auch, dass sie es überhaupt könnten. Mein Eindruck iist vor allen der, dass sich viele Politiker, und da blick ich besonders gern auf die CDU, sich jede Diskussion mit einem Linken-Poltiker einfach machen, indem sie einfach das Totschlag-Argument "DDR" bringen, anstatt inhaltlich auf dessen Argumente einzugehen. Nicht immer, aber oft, zumindest in der öffentlichen Debatte. Ich find das nur deswegen sehr faszinierend, weil es auch nicht wenige SED-Leute in der CDU aufgenommen wurden.
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sunjb
sunjb
14.05.2012
12:44 Uhr
Ja natürlich war das ein Fehler. Aber die Antwort kann doch dann nicht sein, dass all diejenigen, die in der 2. deutschen Diktatur dann ein Amt hatten, hinterher behandelt werden wie die letzten Verbrecher. Ich würde da eben schon eine Unterscheidung machen. Und die Notwendigkeit eines personellen Kahlschlags nach dem 2. Weltkrieg für notwendiger erachten. Allein schon, weil sich 1989-90 zwei Staaten VEREINIGT haben und man '45 eben als deutscher Staat besiegt wurde.
Eine reine Konzentration auf "WAS DAS FÜR EIN SYSTEM WAR" wird eben auch nie eine Antwort darauf finden, warum sich heute beachtliche Anteile der Menschen in Ostdeutschland eine DDR zurückwünschen. Ich vermute fast, dass die hierbei nicht an Mauerschützen, Stasiüberwachung und gleichgeschaltete Medien denken. Und darüber sollte man auch politisch reden dürfen, auch gerne mit der politischen Erfahrung der DDR. Wenn die Westdeutsche Demokratie so überlegen ist, wie wir ja alle wissen, dann wird jeder EX-SEDler ja den Teufel tun ein zweites mal an einem Staat wie der DDR zu streben.
Und wer heute in der Linken ist, war schlimmstenfalls vor 23 Jahren in der SED. Das ist eine verdammt lange Zeit. In der durchaus auch westdeutsche, demokratische Weisheit geflossen sein kann. Das man das von vorneherein ausschließt und wirklich so tut als hätte man es dort mit komplett durchgeknallten, unmoralischen Massenmördern zu tun, finde ich schlichtweg überzogen.

Für Bundesländer wie NRW (oder damals Hessen. Hilfe!) ist das nochmal 2-3 Ecken irrelevanter. Als OB die Linke.Hessen irgendwelche SED Kader in den hohen 80ern auf ihre Listen setzen würde.

Die Linke disqualifiziert sich inhaltlich in sehr sehr vielen Politikbereichen. Sie ist noch dazu grade auf der untersten politischen Ebene teilweise außerordentlich tollpatschig (grade in Westdeutschland). Warum man dann bei der Bürgermeisterwahl in der Pfalz mit der DDR argumentieren muss, und nicht etwa damit, dass die Kandidatin einfach einen an der Waffel hat ist mir absolut unbegreiflich. Ganz schlechter Stil auch irgendwo. Denn es gibt nur eine einzige Front, an der die Linke NICHTS änder/verbessern kann: ihre SED Vergangenheit.
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Stebbard
Stebbard
14.05.2012
13:21 Uhr

sunjb schrieb:

Eine reine Konzentration auf "WAS DAS FÜR EIN SYSTEM WAR" wird eben auch nie eine Antwort darauf finden, warum sich heute beachtliche Anteile der Menschen in Ostdeutschland eine DDR zurückwünschen. Ich vermute fast, dass die hierbei nicht an Mauerschützen, Stasiüberwachung und gleichgeschaltete Medien denken.


Natürlich tun sie das! Viele Leute wurden in diesem System Sozialisiert. Was meinst du, wie viele Leute nach 1918 das Kaiserreich oder nach 1945 noch das Dritte Reich zurückwollten - ohne dies freilich im letzten Fall zu äußern. Das gilt natürlich bei der DDR gerade für welche, welcher nun in der Bundesrepublik unter de katastrophalen Zuständen zum Ende der DDR leiden.

Frag mal die Leute, welche u.a. in Bautzen einsaßen? Sicherlich für die auch eine lohnenswerte Perspektive.

Und wer heute in der Linken ist, war schlimmstenfalls vor 23 Jahren in der SED. Das ist eine verdammt lange Zeit. In der durchaus auch westdeutsche, demokratische Weisheit geflossen sein kann. Das man das von vorneherein ausschließt und wirklich so tut als hätte man es dort mit komplett durchgeknallten, unmoralischen Massenmördern zu tun, finde ich schlichtweg überzogen.


1968 waren ebenfalls 23 Jahre nach der NSDAP vorbei - dennoch hatten die Leute - zu Recht - nicht das Gefühl, als wenn die ehem. NSDAP-Kader integriert worden wären. Ich finds daher schon erschreckend, mit was für einem lachenden Auge man auf eine Diktatur zurückschaut, bloß weil alles gerne putzig dargestellt wird. Die Einzelschicksale werden da gerne mal ausgeblendet.

Die LINKE sieht sich in der Tradition der SED, wenn auch der eigenen Aussage nach 'geläutert' - da ist es vollkommen Wurscht, wo und wann die Mitglieder früher innerhalb der SED verwurzelt waren. Jede Mitgliedschaft ist eine Votum für diese SED-Nachfolge, alleine daher ist das schon äußerst bedenklich.
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tobyreen
tobyreen
14.05.2012
13:22 Uhr
nein, Gysi finde ich gut, nicht schlecht

und ich rede hier auch nicht von den Leuten die mal in der SED waren, sondern richtige Stasi-Anhänger, die jetzt so tun, als wären se ganz brave, soziale Leute

und natürlich ist auch die andere Seite zu betrachten, das Problem ist halt, dass man da jetzt nix mehr machen kann, damals hätte drauf geachtet werden müssen, das hohe Nazi-Anhänger nicht einfach wieder in politische Ämter kommen, auch jetzt kann man scih ja als Partei von seinen schwarzen Schafen distanzieren, wie es z.B die Piraten tun

aber genau das machen mir die Linken eben zu wenig, wenn ihr ne andere Meinung habt, is dass ja vollkommen ok, ich wähle sie halt nicht, weil mir da eine zu schlechte Aufkärung der Vergangenheit der Partei betrieben wird



ich halte wie gesagt manche leute in der Linken für sehr qualifiziert, andere aber eben auch nicht

und wenn ich eine Meinung über die Linke hab, dann ist das eben so

wenn man es ja genau nimmt, taugt keine aktuelle Partei wrklich was, auch die SPD hat eine dunkle Vergangenheit, der Unterschied besteht eben darin, dass die Linke nie mal klarstellt, dass man bestrebt ist, ehemalige hochrangige Stasi-Mitgleider aus den Partei-reihen zu entfernen,

aber sunjb hat ja schon Recht, im Prinzip hätte es gereicht, wenn ich geschrieben hätte, das die Kandidatin nix taugt, aber ich halte die Linke eben allgemein für die untauglichste Partei, weil zu viele schlechte Poltiker in ihr sind, ganz egal, welche Gessinung diese haben
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sunjb
sunjb
14.05.2012
13:37 Uhr

Stebbard schrieb:

sunjb schrieb:

Eine reine Konzentration auf "WAS DAS FÜR EIN SYSTEM WAR" wird eben auch nie eine Antwort darauf finden, warum sich heute beachtliche Anteile der Menschen in Ostdeutschland eine DDR zurückwünschen. Ich vermute fast, dass die hierbei nicht an Mauerschützen, Stasiüberwachung und gleichgeschaltete Medien denken.


Natürlich tun sie das! Viele Leute wurden in diesem System Sozialisiert. Was meinst du, wie viele Leute nach 1918 das Kaiserreich oder nach 1945 noch das Dritte Reich zurückwollten - ohne dies freilich im letzten Fall zu äußern. Das gilt natürlich bei der DDR gerade für welche, welcher nun in der Bundesrepublik unter de katastrophalen Zuständen zum Ende der DDR leiden.

Frag mal die Leute, welche u.a. in Bautzen einsaßen? Sicherlich für die auch eine lohnenswerte Perspektive.

Und wer heute in der Linken ist, war schlimmstenfalls vor 23 Jahren in der SED. Das ist eine verdammt lange Zeit. In der durchaus auch westdeutsche, demokratische Weisheit geflossen sein kann. Das man das von vorneherein ausschließt und wirklich so tut als hätte man es dort mit komplett durchgeknallten, unmoralischen Massenmördern zu tun, finde ich schlichtweg überzogen.


1968 waren ebenfalls 23 Jahre nach der NSDAP vorbei - dennoch hatten die Leute - zu Recht - nicht das Gefühl, als wenn die ehem. NSDAP-Kader integriert worden wären. Ich finds daher schon erschreckend, mit was für einem lachenden Auge man auf eine Diktatur zurückschaut, bloß weil alles gerne putzig dargestellt wird. Die Einzelschicksale werden da gerne mal ausgeblendet.

Die LINKE sieht sich in der Tradition der SED, wenn auch der eigenen Aussage nach 'geläutert' - da ist es vollkommen Wurscht, wo und wann die Mitglieder früher innerhalb der SED verwurzelt waren. Jede Mitgliedschaft ist eine Votum für diese SED-Nachfolge, alleine daher ist das schon äußerst bedenklich.


Ja nu. Auf einmal ist das System (in dem man sozialisiert wurde) kaputt. In der Folge geht es einem dann wirtschaftlich auch noch schlecht. Die soziale Ungleichheit nimmt zu und man wird darüber hinaus auch noch diskriminiert, da man Ossi oder Ex-SEDler ist. Ist doch kein Wunder, dass da eine gewisse Nostalgie vorherrscht. Nur ob sich die ausschließlich auf die (schlimmen) Seiten einer Diktatur beziehen (stasi, politische Gefangene,...,....) oder eben auch auf die subjektive empfundenen Vorteile (Gleichheit, ein Masterplan, der einem Orientierung gibt), finde ich nicht so eindeutig. Und wenn es um Verniedlichung geht - klar, das ist fragwürdig. Aber andersrum, sollte man ein (begrenzt funktionales politisches System) auch nicht nur auf seine Macken und Unmenschlichkeiten herunterbrechen. Mir ist klar, dass man auch hier dann sagen kann "Ja und Hitler hat die Autobahnen gebaut" (was ich dann eben auch verurteilen würde).
So oder so müsste man sich aber mit beiden Positionen (Ampelmännchen wie auch Autobahnen) auseinandersetzen und nicht einfach (ohne jede Ursachenvorschung) die Moralkeule schwingen.

Die Linke sieht sich in der Tradition der SED, weil sie es IST. Das ist keine ENTSCHEIDUNG die man da hatte. Man kann sich das nicht aussuchen. Es war wohl auch keine Option 2.3 Mio SEDler von allen Parteien auszuschließen. Das sind politisch denkende Menschen, deren Input grade in Ostdeutschland wohl von gewissem Wert war und ist.
Es wäre doch fadenscheinig, wenn man sich da künstlich von den einzelnen Wurzeln distanziert und die eigene Herkunft verleugnet und mit einem politisch korrekten Ieh-Bäh belegt.
Jede Mitgliedschaft ist zunächst mal ein Votum für die aktuelle Partei, Stand Eintrittsdatum. Ein Votum für die "tradition der SED" wäre etwas völlig anderes.
#

Stebbard
Stebbard
14.05.2012
14:14 Uhr
Man hätte sich ganz einfach auflösen und neu gründen können - dann hätten sie das Problem nicht.

Und mal ehrlich: Ich glaube du verstehst nicht, dass du hier von einem totalitären Regime sprichst? Gleichheit bedeutete Konformität, jegliches individuelle war unmöglich. Welcher Masterplan? Welche Orientierung? Meinst du, die Leute wären in Scharen auf die Straße gegangen, hätte ihnen das Regime irgendwelche Vorteile gebracht? Menschen neigen dazu, ein Defizit an Legitimation durch ein Mehr an Wohlstand zu akzeptieren - das war aber in keinster Weise der Fall. Es verbietet sich, eine Diktatur daduch zu legitimieren, dass es "ja auch ganz nette Seiten hatte". Im Dritten Reich gings auch vielen Leuten lange Zeit ganz gut - Aber die Wertigkeit einer Gesellschaft orientiert sich an ihrem Umgang mit Andersdenkenden. Und davon kann weder zwischen 33-45 noch zwischen 49 und 89 die Rede sein.

Btw.: Das Land ist nicht durch die Wende in den Ruin getrieben worden - es war bereits seit Ende der 70er wirtschaftlich und finanziell am Ende.
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RaRFan92
RaRFan92
14.05.2012
15:41 Uhr
So, ich hab mir jetzt zwar nicht alles bis ins letzte Detail durchgelesen, was hier bisher gesagt wurde, möchte aber auch mal gerne meine Meinung zur Linkspartei abgeben.

Die Linkspartei ist eine direkte Nachfahrin der SED. Allein diese Tatsache (abgesehen davon, dass ich politisch nun mal vieles, aber sicherlich nicht links bin) disqualifiziert diese Partei in meinen Augen genauso, wie eine Nachfolgepartei der NSDAP unwählbar für mich wäre.

Hinzu kommt, dass die Linkspartei spätestens nach ihrem neuen Grundsatzprogramm meiner Meinung nach (zumindest in in nicht unerheblichen Teilen) als verfassungsfeindlich einzustufen ist. Wer ernsthaft den "demokratischen" Sozialismus in Deutschland (wieder)einführen will, hat keine einzige Wählerstimme verdient und spielt mit den Ängsten der Menschen vor dem ach so bösen Monster "Kapitalismus".

Dass hier anscheinend versucht wird, die DDR zu relativieren, finde ich mehr als bedenklich. Die DDR war ebenso ein totalitäres Regime wie das Dritte Reich. Nach 2 Diktaturen auf deutschem Boden, die eine davon gerade mal etwas über 20 Jahre tot, sollte man meinen, die Deutschen wüssten es besser. In NRW scheint das Gott sei Dank der Fall zu sein, denn die Linkspartei ist ja nicht in den Landtag eingezogen.

Und ob da (in der gesamten Partei) Alt-SEDler (Gysi z.B. seit '67, da soll mir einer erzählen, der wäre nicht vom Regime überzeugt gewesen ) drinsitzen oder nicht, ist mir im Grunde relativ egal (wäre auch reichlich heuchlerisch, wenn ich mir so die Listen von CDU/CSU-Mitgliedern angucke, die NSDAP-Mitglieder waren, von unserer FDJ-Kanzlerin ganz zu schweigen). Entscheidend ist für mich die Ideologie bzw. die Ideologien, für die diese Partei eine Plattform bietet (etwa die Kommunistische Plattform - Sahra Wagenknecht war hier etwa bis 2010 aktiv beteiligt, oder die Sozialistische Linke usw.). Wer hier ernsthaft von einer Partei lupenreiner Demokraten im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Bundesrepublik spricht, dem mangelt es meiner Meinung nach an Realitätssinn.
#

roxar
roxar
14.05.2012
16:14 Uhr
Dem von RaRFan geschrieben kann ich mich nur anschließen
Entspricht voll und ganz meiner Meinung.
#

KLL
KLL
14.05.2012
18:31 Uhr

RaRFan92 schrieb:
...

Deine Meinung in allen Ehren, aber die Partei ist nunmal keine direkte Nachfolgerin der SED. Ich bin sicherlich kein Fan der Linken (erst Recht nicht vom westdeutschen Teil), aber inwiefern deren Grundsatzprogramm zum großen Teil verfassungsfeindlich sein soll, muss mir der Verfassungsschutz noch beweisen (der das sicherlich vernünftiger beurteilen kann als wir hier).
Ich sehe hier auch keine Versuche, die DDR als ganzes zu relativeren.
Wer mit dem "bösen Monster Kapitalismus" in seiner jetzigen Form kein Problem hat, sollte mal ein bisschen durch die Weltgeschichte reisen und die Augen aufmachen - bildet ungemein

Zum Thema Kapitalismus und kritische Unternehmen mal ein interessanter Artikel bei spon.de
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roxar
roxar
14.05.2012
19:31 Uhr

KLL schrieb:

RaRFan92 schrieb:
...

Deine Meinung in allen Ehren, aber die Partei ist nunmal keine direkte Nachfolgerin der SED.

Zum einen ist das "direkt" vollkommen überflüssig. Entweder man ist Nachfahre/Nachfolger von irgendwem/irgendetwas oder man ist es nicht
Zum anderen ist es offensichtlich, dass die Linke Nachfolgerin der SED ist... Die SED ist in ihre Nachfolgeorganisation PDS übergegangen und diese in die Linke.


KLL schrieb:
aber inwiefern deren Grundsatzprogramm zum großen Teil verfassungsfeindlich sein soll, muss mir der Verfassungsschutz noch beweisen (der das sicherlich vernünftiger beurteilen kann als wir hier).


Ich zitiere einfach mal etwas aus
diesem FAZ-Artikel

Sie [einige Arbeitskreise innerhalb der Linken] verteidigen „den gewesenen Sozialismus nicht aus nostalgischen Gründen, sondern um der Zukunft willen“. Dieser Satz steht in einer Mitteilung der „Kommunistischen Plattform“ der Linkspartei und besagt: „Die DDR ist nicht bloß unsere Vergangenheit, sondern auch unsere Zukunft.“

Die "Kommunistische Plattform" ist überigens nicht irgendein x-beliebiger Arbeitskreis, sondern einer, dem bspw. Sahra Wagenknecht (stellvertretende Parteivorsitzende) lange angehörte und einer, derjenigen die vom Verfassungsschutz als "offen extremistisch" bewertet wurden.

(Edit: Ich sehe gerade, dass Sahra Wagenknechts Mitgliedschaft in dem Arbeitskreis nur "ruht" was immer das bedeutet...)

Und:

Ganz offen bekennt sich die Linkspartei in ihrem Programmentwurf zu einer von ihr erstrebten „grundlegenden Veränderung der herrschenden Eigentums-, Verfügungs- und Machtverhältnisse“. Obwohl die Partei in der Öffentlichkeit auf das Parlament setzt, glauben Mitglieder von Plattformen und Arbeitsgemeinschaften an den Straßenkampf und die (gewaltsame) Revolution. Die Parlamentarier werden geduldet, zugleich aufgefordert, „zum Motor außerparlamentarischer Kämpfe zu werden“. Das steht in einem Beschluss der „Sozialistischen Linke“.

Auch die "Sozialistische Linke" wird als "offen extremistisch bewertet".
Im Artikel werden auch noch einige andere Beispiele genannt und die dort erwähnten "Geraer Dialog/Sozialistischer Dialog“ und "Cuba Si" überigens ebenso "offen extremistisch".

Und allgemein steht über die Linke im selben Verfassungsschutzbericht von 2007:

Damit bekennt sich die Partei in ihrer Programmatik weiterhin zu einer extremistischen Ausrichtung. In der parlamentarischen Praxis sowie bei Regierungsbeteiligungen waren jedoch Ansätze für eine Umsetzung des programmatischen Ziels der Überwindung der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung nicht zu erkennen; vielmehr scheint die Partei darauf zu setzen, als reformorientierte, neue linke Kraft wahrgenommen zu werden.
#

RaRFan92
RaRFan92
14.05.2012
19:36 Uhr
Da ist mir roxar zuvorgekommen mit der Antwort.

Das mit der Wagenknecht hatte ich ja auch schon angeführt, und die Kompetenz des Verfassungsschutz kommentiere ich jetzt nicht...


Und EDITH sagt: Verzeihung für den stilistischen faux pas mit dem "direkt", es ist jedenfalls deutlich was ich meinte, oder (roxar hat's ja begriffen)?


Was den Kapitalismus angeht, nun ich maße mir mal an, geschichtlich halbwegs vernünftig gebildet zu sein. Und vom Frühkapitalismus, der zweifelsohne menschenverachtend war, sind wir Lichtjahre entfernt, dass dürfte eigentlich jedem klar sein...
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KLL
KLL
14.05.2012
19:56 Uhr
Ich hab immer so ein bisschen den Eindruck, dass es eine Art Beißreflex gibt wenn's um die Linken geht Ich find's deswegen interessant, weil ich als gebürtiger Mecklenburger jahrelang unter einer Regierungs-Beteiligung der PDS/Linken stand und jetzt nicht unbedingt Befürchtungen bzgl. einer Aushöhlung der Demokratie bzw. Wiedereinführung des Sozialismus haben musste. Wählen würde ich die nachwievor nicht (v.a. nicht hier in Hessen) aber ich hab da offensichtlich ein weitaus entspannteres Verhältnis zu denen als ihr
Ich hab daher auch eher Probleme mit Parteien bzw. Politikern, die meinen dass die supi-dupi-Marktwirtschaft der Weisheit letzter Schluss ist
Edit zum edit des Vorposters: schön wär's, aber sobald der Blick über die Grenzen Europas rausgeht wird man sehr schnell merken, dass da noch einiges im Argen liegt und wir vom menschenverachtenden Umgang profitieren. Die Preise von H&M (um jetzt mal ein Bsp. zu bringen) müssen ja irgendwie zustande kommen und das garantiert nicht dadurch, dass den Menschen dort gute Löhne und vernünftige Arbeitsbedingungen geboten werden. Ob jetzt Betriebe wie FoxConn lediglich schwarze Schafe sind, darf doch zumindest bezweifelt werden. Was man daraus für Konsequenzen zieht, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Kurzum: solange die Parlamentarier der Linken keine ernstzunehmenden Faxen machen, bin ich da relativ entspannt. Was die Jugendorganisationen machen, ist natürlich eine andere Sache. Wobei die wohl bei allen Parteien mitunter zweifelhaft sind: die Linken haben halt ihre Revoluzzer und bei JU/RCDS bekommt manch einer halt ein feuchtes Höschen, wenn die Nationalhymne gesungen wird

Für wirklich ernsthafte Diskussionen bin ich wohl heute nicht zu gebrauchen

Nachricht geändert von KLL am 14.05.2012 20:02 Uhr
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sunjb
sunjb
14.05.2012
20:50 Uhr

RaRFan92 schrieb:

Was den Kapitalismus angeht, nun ich maße mir mal an, geschichtlich halbwegs vernünftig gebildet zu sein. Und vom Frühkapitalismus, der zweifelsohne menschenverachtend war, sind wir Lichtjahre entfernt, dass dürfte eigentlich jedem klar sein...


magst du das etwas ausführen? Auch im Hinblick darauf, wer da "wir" ist?
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RaRFan92
RaRFan92
14.05.2012
21:13 Uhr

sunjb schrieb:

RaRFan92 schrieb:

Was den Kapitalismus angeht, nun ich maße mir mal an, geschichtlich halbwegs vernünftig gebildet zu sein. Und vom Frühkapitalismus, der zweifelsohne menschenverachtend war, sind wir Lichtjahre entfernt, dass dürfte eigentlich jedem klar sein...


magst du das etwas ausführen? Auch im Hinblick darauf, wer da "wir" ist?


Gerne, mit "wir" meine ich Deutschland und im weiteren Sinne Europa. Ja, ich bin so egozentrisch. Dass es in anderen Teilen der Erde ganz anders aussieht stimmt, spielt aber für die deutsche Politik in diesem Zusammenhang keine Rolle. Es geht mit ausschließlich um die Frage, ob die Linkspartei wählbar und überhaupt eine Daseinsberechtigung hat - die hat sie in Deutschland eigentlich nicht. Was wir als Armut bezeichnen, ist nichts im Vergleich zu echter, physischer Armut wie in Entwicklungsländern. Wenn da jemand zum Rotbanner greift und die Internationale schmettert, kann ich das nachvollziehen, in einem Land wie Deutschland eher weniger.

Ich kann auf Politiker, die Gerechtigkeit synonym mit Gleichheit benutzen, verzichten. Wer das nicht kann, darf gerne die Linke wählen. Es ist jedenfalls in höchstem Maße naiv, zu glauben, man könnte mit ein bisschen Phrasendreschen und hohlem Gerede von "Gerechtigkeit" gleich die Welt ändern. Im übrigen kann auch eine Linkspartei nämlich von Deutschland aus keinen Einfluss auf die Sozialpolitik in Indien oder Bangladesch nehmen.
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Stebbard
Stebbard
14.05.2012
21:17 Uhr
Das heißt: Nur weil es Leuten woanders noch schlechter geht, darf man selber nicht meckern? Für das leidende Individuum in Stendal ist doch relativ wurscht, wie es Leuten in Bangalore geht. Von daher hat Sozialpolitik ein höchstmaß an Berechtigung in Deutschland. Es geht ja im Prinzip auch weniger um die Inhalte der LINKE - Debatten über Kommunismus können auch unheimlich interessant sein, ohne die Ideale jemals verfolgen zu wollen.

Genauso darf man Leid bedauern und Mißstände anprangern, auch wenn es woanders Leuten noch schlechter geht. Man muss es sogar, ansonsten würden wir als Gesellschaft stagnieren.

Was das Problem der Partei ist, das ist das unnötige Festhalten an ihrer SED-Vergangenheit unter dem Credo "Sorry, unser Fehler. Aber sind nun klüger!"
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RaRFan92
RaRFan92
14.05.2012
21:25 Uhr

Stebbard schrieb:
Das heißt: Nur weil es Leuten woanders noch schlechter geht, darf man selber nicht meckern? Für das leidende Individuum in Stendal ist doch relativ wurscht, wie es Leuten in Bangalore geht. Von daher hat Sozialpolitik ein höchstmaß an Berechtigung in Deutschland. Es geht ja im Prinzip auch weniger um die Inhalte der LINKE - Debatten über Kommunismus können auch unheimlich interessant sein, ohne die Ideale jemals verfolgen zu wollen.

Genauso darf man Leid bedauern und Mißstände anprangern, auch wenn es woanders Leuten noch schlechter geht. Man muss es sogar, ansonsten würden wir als Gesellschaft stagnieren.

Was das Problem der Partei ist, das ist das unnötige Festhalten an ihrer SED-Vergangenheit unter dem Credo "Sorry, unser Fehler. Aber sind nun klüger!"



Natürlich dürfen die Leute jammern und klagen. Warum auch nicht? Ich bezweifle aber, dass die Linke eine sinnvolle Alternative ist. Denn genau das - klüger - sind sie eben nicht, wie allein schon die von roxar zitierten Berichte zeigen. Der Kommunismus ist ideologisch wie realpolitisch überholt, und zwar schon seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Wie viel besser es den Menschen im Sozialismus/Kommunismus ging, ist ja hinlänglich bekannt.
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sunjb
sunjb
14.05.2012
21:29 Uhr
Ein Kommunistischer Arbeitskreis heißt nun aber auch noch nicht, dass die Partei DEN KOMMUNISMUS (Was auch immer das dann sein soll) morgen einführen will.
Ein Nachdenken über Marxistische Theorien kann aber auch für die heutige Gesellschaft ein sinnvoller Prozess sein. Auch wenn der Kapitalismus, deiner Ansicht nach, ja absolut gewonnen hat.
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Rhapsode
Rhapsode
14.05.2012
21:32 Uhr

RaRFan92 schrieb:

sunjb schrieb:

RaRFan92 schrieb:

Was den Kapitalismus angeht, nun ich maße mir mal an, geschichtlich halbwegs vernünftig gebildet zu sein. Und vom Frühkapitalismus, der zweifelsohne menschenverachtend war, sind wir Lichtjahre entfernt, dass dürfte eigentlich jedem klar sein...


magst du das etwas ausführen? Auch im Hinblick darauf, wer da "wir" ist?


Gerne, mit "wir" meine ich Deutschland und im weiteren Sinne Europa. Ja, ich bin so egozentrisch. Dass es in anderen Teilen der Erde ganz anders aussieht stimmt, spielt aber für die deutsche Politik in diesem Zusammenhang keine Rolle. Es geht mit ausschließlich um die Frage, ob die Linkspartei wählbar und überhaupt eine Daseinsberechtigung hat - die hat sie in Deutschland eigentlich nicht. Was wir als Armut bezeichnen, ist nichts im Vergleich zu echter, physischer Armut wie in Entwicklungsländern. Wenn da jemand zum Rotbanner greift und die Internationale schmettert, kann ich das nachvollziehen, in einem Land wie Deutschland eher weniger.

Ich kann auf Politiker, die Gerechtigkeit synonym mit Gleichheit benutzen, verzichten. Wer das nicht kann, darf gerne die Linke wählen. Es ist jedenfalls in höchstem Maße naiv, zu glauben, man könnte mit ein bisschen Phrasendreschen und hohlem Gerede von "Gerechtigkeit" gleich die Welt ändern. Im übrigen kann auch eine Linkspartei nämlich von Deutschland aus keinen Einfluss auf die Sozialpolitik in Indien oder Bangladesch nehmen.


Das ist das Totschlagargument, was mir von allen am meisten missfällt: "Halt mal schön deine Fresse, du weißt gar nicht, wie gut es dir geht!" Auch nicht viel anders, als das alte "Dann geh doch nach Drüben." Ich freu mich über jeden Menschen, ganz gleich, ob er was mit der Linken zu tun hat, oder nicht, der auf soziale Missstände, Ungerechtigkeiten etc. hinweist und versucht sich zu überlegen, was man daran ändern könnte und vielleicht tatsächlich sogar etwas unternimmt.
Dann würde mich mal interessieren, was du mit "gleich" meinst. Wie genau siehst du Gerechtigkeit von dem Grundsatz entfernt, dass jeder Mensch gleich ist? Und damit mein ich jetzt nicht Bezahlung (obwohl man gerade da mal überlegen muss, wie "gerecht" es in Deutschland zugeht).
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RaRFan92
RaRFan92
14.05.2012
21:35 Uhr

sunjb schrieb:
Ein Kommunistischer Arbeitskreis heißt nun aber auch noch nicht, dass die Partei DEN KOMMUNISMUS (Was auch immer das dann sein soll) morgen einführen will.
Ein Nachdenken über Marxistische Theorien kann aber auch für die heutige Gesellschaft ein sinnvoller Prozess sein. Auch wenn der Kapitalismus, deiner Ansicht nach, ja absolut gewonnen hat.


Es ist ja nicht nur der eine Arbeitskreis Kommunismus, sondern es sind ja diverse Gruppierungen innerhalb der Partei. Und zur Kommunistischen Plattform gehört immerhin auch Sahra Wagenknecht, die ja nun keine Unbekannte und eines der Gesichter der Partei ist (neben dem Ex-SEDler und IM Gysi...). Zudem hatte ich schon mit der linken Basis zu tun im Rahmen einer Antinazidemo, die schlagen schon harte Töne an wenn sie glauben, unter sich zu sein. Natürlich kann das eine Ausnahme gewesen sein, aber es gibt mir zu denken wenn Anhänger einer "demokratischen Partei" von der Notwendigkeit einer neuen Stasi sprechen...
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Rhapsode
Rhapsode
14.05.2012
21:51 Uhr

RaRFan92 schrieb:

sunjb schrieb:
Ein Kommunistischer Arbeitskreis heißt nun aber auch noch nicht, dass die Partei DEN KOMMUNISMUS (Was auch immer das dann sein soll) morgen einführen will.
Ein Nachdenken über Marxistische Theorien kann aber auch für die heutige Gesellschaft ein sinnvoller Prozess sein. Auch wenn der Kapitalismus, deiner Ansicht nach, ja absolut gewonnen hat.


(neben dem Ex-SEDler und IM Gysi...)



Am 4. September 2009 fällte das Landgericht Hamburg im Hauptsacheverfahren das Urteil, das dem ZDF untersagt, durch die im „heute-journal“ vom 22. Mai 2008 erfolgte Berichterstattung den Verdacht zu erwecken, Gysi habe „wissentlich und willentlich an die Stasi berichtet“.[21] Damit hat das Landgericht Hamburg kein grundsätzliches Verbreitungsverbot im Hinblick auf die streitige Äußerung von Frau Birthler verhängt, sondern den Verbotstenor ausschließlich auf die konkrete Darstellungsform in der Sendung „heute-journal“ vom 22. Mai 2008 beschränkt.[22] Im Berufungsverfahren zum weitergehenden Antrag Gysis auf einstweilige Verfügung bestätigte das Oberlandesgericht Hamburg am 8. September 2009 sein Urteil, in diesem dem ZDF überhaupt verboten wird, die Äußerungen Birthlers bestätigend zu verbreiten.[23][24] In der darauf folgenden Berufungsverhandlung wurde im Urteil vom 23. März 2010 vom OLG Hamburg dieses Verbot bestätigt und eine Revision nicht zugelassen.[25] Eine Beschwerde des ZDF gegen die Nichtzulassung dieser Revision wurde am 20. September 2011 vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen

Wikipedia
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roxar
roxar
14.05.2012
21:59 Uhr

Rhapsode schrieb:

RaRFan92 schrieb:

sunjb schrieb:
Ein Kommunistischer Arbeitskreis heißt nun aber auch noch nicht, dass die Partei DEN KOMMUNISMUS (Was auch immer das dann sein soll) morgen einführen will.
Ein Nachdenken über Marxistische Theorien kann aber auch für die heutige Gesellschaft ein sinnvoller Prozess sein. Auch wenn der Kapitalismus, deiner Ansicht nach, ja absolut gewonnen hat.


(neben dem Ex-SEDler und IM Gysi...)



Am 4. September 2009 fällte das Landgericht Hamburg im Hauptsacheverfahren das Urteil, das dem ZDF untersagt, durch die im „heute-journal“ vom 22. Mai 2008 erfolgte Berichterstattung den Verdacht zu erwecken, Gysi habe „wissentlich und willentlich an die Stasi berichtet“.[21] Damit hat das Landgericht Hamburg kein grundsätzliches Verbreitungsverbot im Hinblick auf die streitige Äußerung von Frau Birthler verhängt, sondern den Verbotstenor ausschließlich auf die konkrete Darstellungsform in der Sendung „heute-journal“ vom 22. Mai 2008 beschränkt.[22] Im Berufungsverfahren zum weitergehenden Antrag Gysis auf einstweilige Verfügung bestätigte das Oberlandesgericht Hamburg am 8. September 2009 sein Urteil, in diesem dem ZDF überhaupt verboten wird, die Äußerungen Birthlers bestätigend zu verbreiten.[23][24] In der darauf folgenden Berufungsverhandlung wurde im Urteil vom 23. März 2010 vom OLG Hamburg dieses Verbot bestätigt und eine Revision nicht zugelassen.[25] Eine Beschwerde des ZDF gegen die Nichtzulassung dieser Revision wurde am 20. September 2011 vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen

Wikipedia


Wenn schon, dann richtig:

Laut Abschlussbericht des Immunitätsausschusses des Deutschen Bundestages soll Gysi zwischen 1975 und 1986 für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR unter verschiedenen Decknamen, dabei hauptsächlich als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) Notar gearbeitet haben, nachdem in einer früheren Version des Abschlussberichtes noch davon die Rede war, dass ein solcher Nachweis aufgrund der vorhandenen Unterlagen nicht erfolgen kann.
Im Abschlussbericht heißt es unter anderem, Gysi habe
„[…] seine herausgehobene berufliche Stellung als einer der wenigen Rechtsanwälte in der DDR genutzt, um als Anwalt auch international bekannter Oppositioneller die politische Ordnung der DDR vor seinen Mandanten zu schützen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sich in die Strategien des MfS einbinden lassen, selbst an der operativen Bearbeitung von Oppositionellen teilgenommen und wichtige Informationen an das MfS weitergegeben. Auf diese Erkenntnisse war der Staatssicherheitsdienst zur Vorbereitung seiner Zersetzungsstrategien dringend angewiesen. Das Ziel dieser Tätigkeit unter Einbindung von Dr. Gysi war die möglichst wirksame Unterdrückung der demokratischen Opposition in der DDR […]“


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