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Erlebnisbericht Rock am Ring 2002

6 Beiträge | letzter Beitrag am 22.05.2002 13:50 Uhr von MrRedBull

Festivalprofil Rock am Ring 2002 »
Rock am Ring 2002
17.05.2002 - 19.05.2002, Nürburg (DE) Germany
Top-Bands: Neil Young, Lenny Kravitz, Ozzy Osbourne  | alle »
Homepage: www.rock-am-ring.com
SCHON VORBEI!
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Seite 1  ↓
binert
20.05.2002
22:21 Uhr
Erlebnisbericht Rock am Ring 2002

Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu erzählen... Auch Pfingsten 2002 machten wir uns also wieder auf den Weg, um im Rahmen der grössten und kranksten Open-Air-Fete Deutschlands drei Tage lang bei Kälte, Schlamm und Regen die Ikonen des Rock’n’Roll zu erleben, uns fast ausschließlich von flüssiger Nahrung zu ernähren und heimzukehren mit der Gewissheit, etwas völlig unvernünftiges getan zu haben, aber glücklich. Damit ihr verstehen lernt, wie man sich so etwas Jahr für Jahr antun kann, wie man es schafft, aufgeräumte und introvertierte Akademiker innerhalb von Stunden zu im Schlamm herumwühlenden Schnapsleichen zu verwandeln, habe ich diesen Bericht geschrieben, vielleicht habt ihr ja nächstes Jahr Bock?!

1. Tag: Donnerstag, 16. Mai 2002
Abfahrt zu Rock am Ring 2002 um 18:30 geplant. Jan(alter Schulfreund von mir) und Ole(neuer Studienfreund von Jan) werden in Osnabrück in den Hamburger Partygolf verladen, der sie über Münster an den Ring, in eine bessere Welt, bringen wird. Um 18:35 stellen wir in Münster fest, dass wir noch diverse Dinge benötigen. Nach Einkauf von Nackenkoteletts, Volltanken des Autos, Nochmalzurückfahren, um meine vergessene Kamera abzuholen, Abholung des über Nacht von einer freundlichen Mitarbeiterin der Nordsee in das Kühlhaus gestellten 10-l-Eimers Wasser, einem Besuch bei McDonalds und 10min nervösen Herumfahrens in der Innenstadt Münsters, um eine Cash-Group-Bank zu finden fahren wir um 19:45 los. Ich, ganz BWL-Student habe selbstverständlich vorher eine Mappe mit genauer Anfahrtsbeschreibung, Lageplan der umliegenden Campingplätze, zu erwarteten Witterungsbedingungen, etc. erstellt, was von Seiten der beteiligten Naturwissenschaftler mit einem Lächeln quittiert wird. Der Klassenkampf beginnt. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Jahres 2001 mit nicht unwesentlichen, fehlenden Gegenständen wie Grillanzünder, warmer Kleidung und Schlafsack, wurde dieses Jahr jedoch besser geplant. Mit im Gepäck dabei sind unter anderem ein Schmiedehammer, ein 5-Euro-Grill von Minimal, eine elektrische Kühlbox, eine 20 m²-Plastikfolie und Campingmöbel.
22:30 Ankuft am Ring: unserem Stammcampingplatz d2 wird uns die Auffahrt wegen Überfüllung verweigert. Nach mehrmaligem Drängen dürfen wir doch drauf und tauchen in die dunstige Wolke aus Rauch und Würstchendampf ein, nicht ohne über diverse Flaschen und andere Gegenstände zu fahren. Die Party tobt zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Campingplatz, die Dauercamper haben ihren gesamten Hausrat mitgebracht, um eine realitätsgetreue Darstellung des heimischen Wohnzimmers inklusive Anlage und Sofas zu ermöglichen. Nach wenigen Minuten entdecken wir noch einen Platz inmitten einer großen Schlammlache, den wir sogleich unter den gröhlenden Kommentaren unserer neuen Nachbarn okkupieren, nicht ohne bereits nach fünf Minuten Aufenthalt Auto und Schuhe vermatscht zu haben. Das den Platz für noch fehlende Personen der Nachbargruppe angebrachte Absperrband wird kurzerhand um 2m verschoben, was angesichts der bereits fortgeschrittenen Alkoholisierung der beteiligten Personen unbestraft durchgeht.Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich gut ausgerüstete Nachbarn bereits im Laufe des ersten Abends bezahlt machen, da man eine schier unbegrenzte Anzahl an Gegenständen von ihnen schnorren kann, beliebte Artikel sind Heringe, Grillkohle, Plastikteller und selbstverständlich Bier. Um 23:00 stellen wir fest, das wir das nächste Mal, wenn wir abends zum Ring fahren, zum Aufbau des Zeltes und Anfeuern des Grills eine Taschenlampe mitnehmen. Das erste Bier wird um 23:03 geköpft, erste Bekanntschaften mit Nachbarn, die gegen unser Auto urinieren. Um 0:00 landen die ersten Nackensteaks auf dem Grill, das Eis kommt in die Kühlbox, die Nachbarn werden gecheckt. Wie sich herausstellt, sind wir neben einer Gruppe von etwa 30 Schwaben gelandet, die in einem etwa fußballfeldgrossen Zelt ihre Sofas aufgebaut haben, ausgeleuchtet durch einen 500-Watt-Flakstrahler und beschallt von einer 1000-Watt-Anlage, die nur durch den harmonisch ratternden Generator in ihrem sonoren Klang akustisch unterstützt wird.

Freitag, 17.5.2002
Hinzuzufügen ist, dass die Nachbarn leider nur eine einzige CD mitgenommen haben, die sie bis 4 Uhr nachts und ab 7 Uhr morgens zu unserer großen Freude rauf und runterspielen. Beschwerden nützt in diesem Fall nichts, da die Security-Leute am Ring anscheinend nur einschreiten, wenn Autos oder sie selbst angezündet werden. Hinzu kommt, dass die letzte Beschwerde bei Nachbarn 2001 zur Erklärung meines Autos zur allgemeinen sanitären Anlage geführt hat. Das Wetter ist erstaunlicherweise immer noch gut, ich sehe mich um, ob ich auf dem richtigen Festival gelandet bin. Es ist jetzt 9:03, die Nachbarn zur linken öffnen das erste Bier, kein Zweifel: Dies ist Rock am Ring. Um den Dreck wirkungsvoll ignorieren zu können, tue ich es ihnen nach und gehe auf Erkundungstour über den Campingplatz. Schnell stelle ich fest, dass allen Bemühungen seitens der Veranstalter zur Eindämmung des Müllchaos anscheinend jede Person auf dem Platz durchschnittlich 1 Tonne Haus- und Unrat mitgebracht hat, eine Gruppe hat ein original Bundeswehr-Feldlager mit Tarnnetz, Zelt und zwei grossen Lastwagen nebst Gulaschkanone dabei, eine andere statt Würstchen ganze Spanferkel. Ich fange an, mich für mein kleines Iglu-Zelt und meinen Billig-Grill zu schämen und nehme mir vor, nächstes Jahr zumindest einen Pavillon mit Seitenteilen und Feuerholz mitzunehmen. Zurück auf unserem Platz lerne ich die restlichen Nachbarn kennen, Ole und Jan schlafen noch, ein Zustand, der von den Nachbarn zur Linken mit immer neuen lustigen und innovativen Vorschlägen zu deren Weckung bedacht wird(„Zelt anzünden!“, „Bier reinschütten“ und „einmal mitm Auto drüber“ sind einige..). Als ich die drei lustigen Eifeljungs dann frage, wo denn die Duschen seien, werde ich gemeinst ausgelacht und verschwinde verschämt in Richtung Toiletten. Auf dem Weg dahin werde ich noch dreimal ausgelacht, erst der Platzwart erklärt mir unter Grinsen den Weg zu den Duschen. Nach einem Fußmarsch von 1 km komme ich an den Duschen an und stelle fest, dass auch Duschwasser ein Produkt ist, welches in der richtigen Umgebung eine schier unglaubliche Wertschöpfung erfährt. €2,50 sind die Strafe für Duschen am Ring. Desweiteren stelle ich fest, dass sich die Titulierung „warme Duschen“ nicht etwa auf die Temperatur des Wassers sondern auf das Vorhandensein einer kleinen Heizung im Duschvorraum bezieht. 10° sind doch sehr kalt für Wasser, nach der erfolgreichen Abtötung meiner Nerven lasse ich mich auf eine 5minütige Diskussion mit dem Kassenmenschen über zentrale Produkteigenschaften einer warmen Dusche ein, irgendwann gibt er mir €1,50 zurück, um mich loszuwerden. Zurück am Platz bin ich bereit für das nächste Pils und stelle mich den Nachbarn hinter uns vor. Genauergesagt hatte ich einen von ihnen bereits am Abend zuvor kennengelernt, als er eine halbe Stunde lang reihernd hinter unserem Zelt lag, daran kann er sich jedoch nicht erinnern. Der Normalitätsgrad dieser Gruppe aus Aalen ist erstaunlich hoch und ich setzte mich unter deren Pavillon, um mich schon mal einzuschleimen, falls ich später Bier schnorren muss. Es entwickelt sich eine nette Konversation, an deren Ende wir uns gröhlend in den Armen liegen und bereit sind für den ersten Konzerttag. Inzwischen haben sich auch Jan und Ole aus dem Zelt gepult und frühstücken geschwind, Versuche meinerseits jedoch, ihnen das Bier am Morgen schmackhaft zu machen, fruchten wenig, da sich die beiden entschlossen haben, die einzigen nüchternen Personen auf dem Campingplatz zu bleiben, eine Entscheidung, die sie bald bereuen sollten... Die Eifeljungs verschwinden nach einer Weile auf die vor dem Gelände befindliche Verkehrsinsel, wo ihrer Aussage nach „immer Party“ ist und wo sie vermutlich bis zum Beginn der Konzerte besoffen rumrandalieren. Um 15 Uhr(die Sonne scheint immer noch) gehen wir zum ersten Mal auf das Gelände, Jan wird abgewiesen, da er statt eines erlaubten 1l-Tetra-Packes versucht hat, ein 1,5l-Tetrapack mit reinzunehmen. Erfreulicherweise ist es dieses Jahr noch erlaubt, Kleidung und Schuhe mit aufs Gelände zu nehmen, jedoch nicht viel mehr als das. Um 17:00 stehen wir das erste Mal vor der Center Stage und sehen uns die Counting Crowes aus der Ferne an, nachdem wir einen Herzanfall angesichts der extremst gestiegenen Getränkepreise nur durch intravenöse Bierinfusion überlebt haben. Zu diesem Zeitpunkt fange ich an, meinen Getränkekonsum durch aufgehobene und abgegebene Pfandbecher zu finanzieren, eine Taktik, die mich für die Hälfte des Tages beschäftigen sollte. Um 20:00 fängt Santana an zu spielen und liefert eines der besten Konzerte ab, welches ich je gesehen habe, der Alkoholpegel ist an diesem Punkt jedoch unter die psychologisch bedeutende 1-Promille-Grenze gesunken, was mich mit Sorge erfüllt. Ein am Morgen mit Bier abgefüllter 1l-Tetrapack war zuvor bereits erfreulicherweise in meiner Tasche geplatzt und hatte meinen mitgebrachten Kapuzenpullover relativ wirksam für den Rest des Tages ausser Gefecht gesetzt. Santana rockt, und der danach kommende Lenny Kravitz haut einen Hit nach dem anderen raus, auch definitiv ein gelungener Gig, auch wenn die pseudo-Musikkenner neben der ½-Meter-Bratwurstbude behaupten gehört zu haben, es sei Playback gewesen... Um ein Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz, wo Jan und Ole ihre armseligen Alkoholvermeidungsversuche aufgeben und sich dezent in die Menge der Biertrinker einfügen. Ich bin nach einer halben Stunde eh wieder voll und fange an, betrunken unsere Nachbarn zuzutexten. Die lustigen Nachbarn zur linken haben unseren Grill geklaut und ihn in Einzelteilen über den Campingplatz verteilt, was mich erneut angesichts der fehlenden Taschenlampe fluchen lässt. Die lustigen Eifelburschen tauchen auch irgendwann auf, mittlerweile haben wir uns fast angefreundet, man tausch dies und das aus.. Die Nachbarn hinter uns habe ich jedoch bereits besonders ins Herz geschlossen, in ihrem Pavillon und an ihrem Feuer sollte ich mich für den Rest des Wochenendes häufiger aufhalten. Erstaunlicherweise ist um drei Uhr relative Ruhe auf unserer Ecke des Campingplatzes eingekehrt, lediglich die Extremcamper mit der Anlage und dem Scheinwerfer halten die Partyfahne hoch, romantisch leuchtet ein gerade auf dem Nachbarzeltplatz abbrennender Pavillon unter den Klängen der herrannahenden Feuerwehr. Mit dem Geräusch eines 500-Watt-Tieftöners im Ohr und meinem Lieblingsbier im Arm schlafe ich glücklich in meinem Igluzelt ein.

Samstag, 18.5.2002
Es regnet. Ein diabolisches Lachen entflieht meiner Brust, als ich der grausamen Natur entschlossen entgegentrete. Dieses Jahr bin ich vorbereitet! Schnell ziehe ich mir den inzwischen wieder trockenen und noch mit einem wohligen Bierduft versehenen Kapuzenpullover nebst Marinejacke an und fliehe zu den Nachbarn ins Pavillon, die mich mit einem frischen Oettinger empfangen, denn Bier ist das einzige, woran diese gespart haben, bäh.. Es ist jetzt 9 Uhr. Um 10:30 fangen wir in bereits mehr als bierseligem Zustand, bekannte Lieder mit Bier zu gurgeln, die die anderen Mitspieler erraten müssen. Unklar-heiten über die genauen Regeln des Spieles werden schnell beseitigt, und es stellt sich als zusätzliches Event heraus, die anderen Mitspieler während des Gurgelns mit Bier zu bespucken. Jan und Ole stehen um 11:30 auf und quittieren meine fortgeschrittene Breitheit mit müden Blicken, eine Einladung zum Biergurgeln wird rüde abgelehnt. Der Campingplatz verwandelt sich zu diesem Zeitpunkt in eine Schlammpfütze, ein Zustand, der sich allerdings mit Hilfe von Alkohol gut ertragen lässt. Jan und Ole haben aus den Erfahrungen des Vortages gelernt und gesellen sich zu der lustigen Trinkergemeinschaft. Um 16:30 hören wir auf daran zu glauben, dass es noch aufhört zu regnen und ziehen los aufs Gelände. Ein neuerlicher Versuch meinerseits, Bier in einem 1l-Tetrapack zu transportieren, scheitert wiederum kläglich, was einen weiteren mitgebrachten Pullover versaut. Mittlerweile beginnt mein bierumnebeltes Gehirn, einen wagen Zusammenhang zwischen im Bier enthaltener Kohlensäure und Platzen des Tetrapackes zu erkennen. Das erste Konzert an diesem Tag fällt buchstäblich ins Wasser. Vor dem Konzert von Wyclef Jean schaffen wir es, uns direkt in den vorderen Absperrbereich vor der Hauptbühne durchzuwühlen, ein Standort, den wir bis zum Abschluß des Konzertes von Neil Young beizubehalten gedenken. Das Problem ist nur, dass man beim Verlassen des genannten Bereiches direkt vor der Bühne, diesen nicht mehr wiederbetreten darf, da die Security-Leute einen nicht mehr reinlassen, aber egal. Es ist jetzt 18:45.
18:47: ICH MUSS AUF KLO. In dem Absperrbereich befinden sich keine Toiletten, verlassen kann ich diese jedoch nicht. Ein vor uns befindlicher Amerikaner löst das Problem dadurch, dass er gleichgültig angesichts der um ihn befindlichen Menschenmenge direkt vor die Center Stage uriniert. Ogott, ich bin doch noch nicht so tief gesunken. Ich sehe mich verzweifelt nach einem Bierverkäufer um, um mir so schnell wie möglich die nötige Enthemmung zu besorgen, doch vergeblich. Entnervt entledige ich mich schliesslich an der Seitenwand des Absperrbereiches, wobei ich mich jedoch in der Gesellschaft von 20 Gleichgesinnten befinde. Inzwischen fängt auch Jamiroquai an, ich merke schnell, dass ich die überhaupt nicht mag und warte auf Neil Young. Um uns herum tut sich nicht viel, aber es hört auf zu regnen, juhu! Neil Young ist der musikalische Höhepunkt des Wochenendes, trotz seiner Weigerung, Lieder wie „heart of gold“ zu spielen. Ich merke mir fürs nächste Mal, solche Beschwerden im Umkreis von Fans der jeweiligen Interpreten nicht zu laut zu äussern, da diese mein musikalisches unverständnis als majestätsbeleidigung auffassen und ich als kulturbanause abgestempelt bin. Auch ohne „heart of gold“ ein tolles konzert, begeisterungsstürme, etc. Zu diesem Zeitpunkt wird mir klar, dass die Idee, alte Turnschuhe am Ring anzuziehen, nur dann wirklich schlau ist, wenn dies wasserdicht sind und somit trocken bleiben, da zehn Stunden lang getragene nasse Schuhe Blasenbildung in erstaunlichem Ausmass provozieren. Um 1:00 schleppe ich mich mit letzter Kraft zum Pavillon unserer Nachbarn von hinten und labe meine Schmerzen mit Bier. Da mittlerweile einer von den Nachbarn so freundlich war, ein paar Paletten Holsten und Tuborg nachzukaufen, bleibt uns auch das Oettinger erspart. Um zwei Uhr gehen unter den lauten Beschwerden der Extremcamper mit Anlage und Flakstrahler diese gleichzeitig aus, ein Ereignis, das auf den Ausfall des Generators schliessen lässt. Die extrem betrunkenen Gruppenführer kommen schnell zu dem selben Rückschluß und sind erst einmal ratlos. Ein besonders schlauer Extremcamper leuchtet mit dem Feuerzeug in den Generator, um zu gucken, ob sich noch Benzin darin befindet und setzt diesen damit in Brand, was das Problem auch nicht wirklich löst. Irgendwann haben sie dann ihren Ersatzgenerator rausgeholt, was die Dauerbeschallung, und –beleuchtung fortsetzt. Einer von vielen lustigen Eindrücken, die nur bei einem solchen Spektakel wie Rock am Ring zu bestaunen sind. Ich bin zu solch später Stunde auch ein sehr lustiger Eindruck und erfreue die Nachbarn von hinten mit schmutzigen Witzen und Pupsgeräuschen. Meine intelektuelle Vormachtstellung geht somit vollends den Bach herunter. Von Ole erfahre ich, dass mein Zelt anscheinend nicht wasserdicht ist und setze somit einen weiteren Gegenstand auf die immer länger werdende gedankliche Mitbringliste fürs nächste Jahr. Um drei Uhr schaffe ich es ins Zelt, meine Seite ist nicht nass geworden, was mir eigentlich auch völlig egal ist, Ole weicht aufs Auto aus. Ich habe mir tatsächlich einen Mörder-Sonnenbrand geholt, also wieder aufs falsche Wetter vorbereitet..

Fortsetzung folgt..
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DerLieutenant
20.05.2002
23:57 Uhr
Ich finds witzig! Aber deine beiden Kumpels sind ja wohl die letzten Abscheisser! Was glauben die was RaR is? Ne Kaffeefahrt oder was? Von wegen morgens nix saufen und so... Igitt!

Work hard - party harder !!!

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brewingman
21.05.2002
00:42 Uhr
super Bericht !
Freu mich schon auf den 2. Teil.

So viel Zeit müsste man haben.
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branvan
21.05.2002
09:34 Uhr
in anbetracht der eigenen erlebnisse ein höchst unterhaltsamer bericht. könnte das meiste auch selber so schreiben. aber der zweite teil muss bald folgen, sonst ist man zu lange wieder in der anderen welt und das vor kurzem erlebte ist unnachvollziehbar geworden.
vielleicht noch was aufstellendes für den schreibenden: vor ein paar jahren mussten wir auch noch tagelang pfandbecher sammeln, um uns das zu finanzieren. heute können wir uns es schon mal leisten, die nicht mehr zurückzubringen (oder sie fallen von selber aus der hand)... so läuft das rad der geschichte........
erwähnenswert waren im übrigen die brennenden dixies und die feuerwehr neben unserem partygolf....

[Nachricht geändert von branvan am 2002-05-21 09:36]
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Mister Ad
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mcgyver2k
21.05.2002
11:28 Uhr
Zu Geil der Bericht. Wir waren Af A5 und hatten auch eNachbarn aus Aalen. Die Waren mit nem 7.5 Tonner und 40 bis 100 Leuten (die schaetzungen gehen da etwas auseinander) da. Das Aggi ham se aber net abgefackelt, sondern nur unseren Grill und Stuehle.
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MrRedBull
22.05.2002
13:50 Uhr
Geiler Berricht.
Habe gerade selber mal nen Kleiner verfasst. Den lass ich euch einfach mal da


Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack und Kurzzusammenfassung der Ereignisse am Ring.

Wie gesagt am Donnerstag Morgen haben wir unseren Linienbus, called School Bus, angemeldet und uns um 10 Uhr bei Martin auf dem Hof getroffen. Gepackt hatten wir bereits am Mittwoch Nachmittag. Dann ging die Odyssee auch schon los. Kaum unterwegs viel uns auf das wir doch ziemliche Probleme mit dem Kühlwasser und dem Öldruck hatten. Sodas wir einige male halten mußten um dieses wieder auf zu füllen. Apropos auffüllen. Natürlich war auch schon das erste Dosenbier am Start, wobei Martin und ich nüchtern blieben, falls uns die Polizei anhalten sollte. Aber der Rest gab schon Vollgas.

Irgendwie schafften wir es dann auch das ende der A1 zu erreichen. Mittlerweile war unser Bus hinten nicht mehr gelb, sondern vom verlorenen wasser-öl Gemisch Pech schwarz. Da wir aus den Erfahrungen der lenzten Jahre wußten, wo die Polizei ihre Drogenkontrolle aufgebaut hat, reinigten wir das Heck notdürftig kurz vor dieser. Nur Sandra hätten wir das mit der Kontrolle nicht sagen dürfen denn sie bekam so langsam Panik das wir gefielst würden, obwohl sie ja nix zu befürchten gehabt hätte.

Doch zum Glück hatten die netten Damen und Herren in grün weiß noch nicht komplett aufgebaut so das wir unbehelligt durch fahren konnten. Aber wir hatten ziemlichen Dussel. Kaum drei Kilometer kamen uns schon die 6 Mannschaftswagen entgegen um aufzurüsten.

Endlich am Ring angekommen trafen wir auch direkt die Vorhut unserer Bekannten aus Rheine, die netter weise schon mal ein recht großes Areal für unseren Bus und Theos Fallschirm reserviert hatten. Sofas und Stühle raus aus dem Bus und die erste wohlverdiente Dose Bier an den Start. Die Sonne schien auf uns hernieder und wir beschlossen doch in unsere Rock am Ring Kluft zu springen. Das hieß kurze Hose an und T-Shirt aus. Laß den Sonnenbrand kommen. Nun hieß es auf Theo mit seinem Steiger und den anderen Jungs aus Rheda zu warten. Also, ab auf den Bus und wir ließen uns die sonne auf den Bauch scheinen.

Als die Ersten Telefonate der Nachhut kamen gingen Rüdiger Martin und ich den Jungs und Mädels entgegen um sie einzuweisen. Bewaffnet mit je zwei Dosen marschierten wir los. Am Haupteingang warteten wir dann. Doch das unterfangen erwies sich schwieriger als erwartet. Im ständigen Handykontakt und Wegbeschreibungen unsere Seit's mußten wir Festellen, das wir doch den grossteil der Autos aus Rheda verpaßt hatten, denn immer wieder kam die Meldung: " Ja wo seit ihr denn, wir sind schon am Bus".

Tja, dafür das wir dort oben so lange warten mußten war dann aber auch die Entschädigung dementsprechend. Wir lernten zwei recht nette Mädels kennen die uns dann die Wartezeit verkürzten. Nicht was ihr jetzt wieder denkt. Wir haben uns unterhalten und ne menge gesoffen. Als dann unsere Getränkevorräte zu neige gingen und auch die Mädels nix mehr hatten machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Bus.

Hier und da noch ne Dose Bier geschnorrt und wir konnten unsere Kumpels, die es sich schon gemütlich gemacht hatten begrüßen. Der Abend sollte dann auch gemütlich am Feuer mit Grillen und schnacken ausklingen. Nur Irdenetwas trieb Martin und mich dann noch mal auf die Grandiose Idee, zum Festival Gelände zu tapern und zu schauen was im Partyzelt so los war. Dort angekommen mußten wir feststellen das hier eine ziemliche Party stieg, Sodas wir uns auch direkt ins Getümmel stürzten.
Der Rückweg war dann etwas schwieriger zumal wir noch einen Boxenstop in einem Bulli von zwei Österreichern machten, aus dem ziemliche Nebelschwaden empor stiegen. Doch irgendwie schafften wir es dann doch noch zurück zum Feuer.
Apropos Feuer. Am nächstem Morgen, erfuhren wir dann das die Jungs meinten Rüdie aufs Feuer schmeißen zu müssen  Nein Scherz bei Seite. Rüdiger war am Feuer eingeschlafen und hatte sich dank seiner Kurzen Hose Verbrennungen des dritten Grades am Schienenbein zugezogen. So das er in den nächsten Tagen ein häufig gesehener Gast bei den Freunden vom Roten Kreutz war. Der Freitag begann dann wie der Donnerstag geendet hatte nach der Dusche aus Theos Wasserkanister und einem ausreichendem Frühstück mit Kaffe und Toast ( ja wir hatten alles dabei) hieß es ab auf den Bus und Bier trinken. So langsam Trudelten dann auch immer wieder bekannte aus dem Letzten Jahren bei uns ein um Hallo zu sagen.

Ich muß sagen Theos Steiger in Kombination mit dem Buß ist schon ein Hingucker. So schaute auch ein Fernsehteam von RTL Luxemburg vorbei um ein paar Aufnahmen von uns zu machen und mit uns gemeinsam ein Döschen zu lehren. Gegen 18 Uhr brachen wir dann zum Festival Gelände auf um auch mal Musik zu hören die nicht aus unseren Boxen kamen. ( Zum Thema Boxen ist zu sagen, das wir dieses Jahr doch einen recht großen Verschleiß an selbigen hatten. Insgesamt sind drei Boxenpaare auf dem Feuer gelandet das sie den Baß nicht überlebt hatten.)

Die Musik war recht in Ordnung am Freitag. Ich selber bin der Meinung das es vom line up her der beste Tag des Festivals war. Ordentlich abgerockt die anderen verloren weitergerockt den Rest wiedergefunden, und wieder verloren, machte ich mich dann so gegen 22 Uhr auf den Rückweg. Kurz noch bei ein paar Jungs aus Hamburg im Zelt eingekehrt und Bier geschnorrt endete dann dieser Tag, na wo wohl unter dem Fallschirm am immer größer werdenden und brennendem Müllberg.

Zu Samstag ist hier leider nicht viel zu sagen, außer das wir sehr nett durch Andis Motorrad geweckt wurden an dem die Jungs den Endtopf des Auspuffs abmontiert hatten und so zu einer gigantischen krach Maschine geworden war. Ansonsten regnete fast den ganzen Tag, so daß wir beschlossen unser eigenes Festival im Buß zu veranstalten. Also, Musik an und laß mal gehen. Mein Beileid an alle die, die diesen Tag im Zelt verbringen mußten.

Dafür schien dann aber am Sonntag wieder die Sonne. Und der Tag verlief sehr ähnlich wie der Freitag. Mit dem unterschied das wir schon recht früh zum Gelände aufbrachen, da wir, das heißt Mark und ich zu Onkel Fisch wollten und diese bereits um 17 Uhr auftraten. Der Rest gingen dann zu P.O.D. Die Entscheidung früh aufzubrechen erwies sich als äußerst Intelligent. Da die Veranstalter es auch an diesem Jahr nicht schafften eine vernünftige Regelung für den Einlaß zu finden. So das wir gut 40 Minuten anstehen mußten. Und das nur mit einer Dose Bier im Petto.

Der Auftritt von Onkel Fisch war dann auch wieder mal echt witzig, obwohl ich die Show langsam mitsprechen kann, was meine Nachbarn zu schieren Verzweifelung trieb. Wir unterhielten uns dann auch noch kurz mit dem Tontechniker unsrem alten Kumpel Matias, der uns dem Tourmanager von Onkel Fisch vorstellte, und wir die ersten Anregungen bezüglich eines Auftrittes der Zwei in Rheda im Herbst machten.

Mark und ich eierten danach noch ne menge auf dem Gelände umher genossen die Musik und versuchten so ziemlich jeden Bierstand auszuprobieren. Abends trafen wir dann die Anderen bei Fettes Brot wieder und nach dem einmenütigem enttäuschendem Abschluß Feuerwerk ging es wieder zurück zu unsere Basis, wo wir nach dem Grillen begannen, die mitgebrachten fünf Sofas einzeln zu verbrennen. Vorsichtshalber hatten wir Theos Fallschirm abgenommen, damit wir nicht auch noch zur größten Fackel des Campingplatzes würden. Diese mißfiel selbstverständlich unserem Anhang aus Rheda und Umgebung, da diese nun nix mehr zu sitzen hatten.

Am Montag morgen brachen wir dann auch recht zügig auf, nachdem wir alles was nicht verbrannt war eingesammelt hatten. Doch leider endet hier mein Reisebericht nicht. Wie bereits auf dem Hinweg traten nun wieder die technischen Probleme mit dem Bus auf. Doch was auf dem Hinweg noch recht lustig war wurde nun zur echten plage. Jeden Rastplatz mußten wir für einen Boxenstop ansteuern, so das kurz vor Wuppertal unsere Ölvorräte zu neige gingen. Also riefen wir in Rheda an und beauftragten Andre uns doch bitte mit Öl zu versorgen. Was er auch netter weise machte. Wären wir warteten schlugen wir unser Lager an einer Hauptstrasse in einem Kaff auf dessen Name ich bereits wieder vergessen habe. Zum Glück hatten wir nicht alle Stühle den Flammen übergeben, so daß wir im Freien bei herzlichstem Sonnenschein warten konnten.

Um sich die Zeit zu vertreiben machten sich Rüdiger und Martin dennoch auf, und versuchten etwas Altöl aufzutreiben. Und wirklich kaum ne stunde später, erschienen sie wieder und hatten gute 20 Liter Altöl bei einem Autoschrauber drei Kilometer entfernt aufgetrieben. So das wir dann unsrer Reise frühzeitig fortsetzten konnten. Rosi trafen wir dann noch auf einem Rastplatz am Kamener Kreutz. Beugt von einer Polizeistreife luden wir das Öl eine. Dieser Streife kam unser Bus selbstverständlich doch recht spanisch vor, so daß sie uns bis zum Rastplatz Rühnern verfolgte.

Aber irgendwie kamen wir dann doch alle mehr oder weniger unbeschadet zu Hause an und wir freuen uns bereits auf das nächste Jahr.

So der Bericht ist nun doch etwas länger geworden, aber ich hoffe er hat euch nicht gelangweilt.

Die Bilder dazu gibt es übrigens demnächst auf www.rheda-rockt-am-ring.de

Bis dahin Gruß Christian


Let's rock the bus

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